Krapp (auch Färberröte genannt), gehörte zu den wichtigsten Färbepflanzen, bevor das synthetische Färben zur Norm wurde. Zusammen mit Waldmeister und den Labkräutern gehört sie zur Familie der Rötegewächse. Sie enthalten alle besondere Farbstoffe – und in der Krappwurzel stecken besonders viel davon!
Die Krappwurzel ist sehr spannend, weil sie eine Vielzahl verschiedener Farbstoffe enthält, von denen noch gar nicht alle erforscht sind. Zu den wichtigsten gehört auf jeden Fall das Alizarin.
Das Zusammenspiel all der Inhaltsstoffe ist sicher ein Grund dafür, dass man mit Krapp so eine große Vielfalt an Farben bekommen kann.
Von intensivem, dunklen Rot über hellere Pfirsich- und Rosatöne, die kühl oder warm sein können, bis hin zu kräftigem Auberginelila!
Gleichzeitig ranken sich um das Färben mit Krapp viele ‚Mythen‘ – nicht zu heiß färben, oder doch einmal kochen und dann kühler färben – mit hartem Wasser färben, oder doch am besten mit extraweichem…


Für die Farbnotizen habe ich mich einmal durch viele Variablen getestet, um herauszufinden, wie ich das meiste Rot aus der Wurzel herausholen kann, und alle Schritte dokumentiert.
Dabei gab es ein paar Überraschungen, und tatsächlich sieht meine Methode zum Färben mit Krapp nun anders aus als vorher! Am spannendsten: Obwohl für das Färben mit Krapp eigentlich überall eher hartes, kalkhaltiges Wasser empfohlen wird (da wäre mein Berliner Leitungswasser ja ideal) – intensivere Farben habe ich mit weichem Regenwasser bekommen.
Diese Farbnotizen sind also für dich, wenn du gern das Färben mit Krapp besser verstehen möchtest. Vielleicht hast du ja auch selbst Krapp geerntet, der dir besonders kostbar ist?
Krapp anbauen
Wenn ich getrocknete Krappwurzel kaufe, kommt die zum Beispiel oft aus der Türkei. Dort sind die Anbaubedingungen natürlich andere als bei uns: es ist heißer, trockener, und der Sommer ist länger. Trotzdem funktioniert Krapp bei uns gut im Garten!

Man braucht nur ein bisschen Geduld, denn am besten erntet man die Wurzeln frühestens nach drei Jahren. Einige Krappsorten neigen dazu, sich stark über die Rhizome zu verbreiten. Möchtest du dem vorbeugen, nicht großflächig anbauen, und bevorzugst eine etwas leichtere Ernte, dann setze den Krapp am besten in große Kübel. Achte nur darauf, dass die Gefäße nicht zu klein sind – du möchtest ja schließlich reichlich Wurzeln ernten! Über Krapp und andere Pflanzen in meinen Färbergarten kannst du hier noch mehr lesen.

Einheimische Verwandte sind wie anfangs erwähnt der Waldmeister (Galium odoratum), die Wiesen-Labkräuter (Galium mollugo agg.) oder das Kletten-Labkraut (Galium apparine).
Es gibt auch noch den Färber-Meister (oder Färber-Meier, Asperula tinctoria)! Der Name legt nahe, dass die Pflanze einst zum Färben benutzt wurde. Ich habe sie auch seit einigen Jahren im Garten. Die Wurzeln all dieser Pflanzen sind im Vergleich zum Krapp allerdings sehr dünn und fragil, und schwieriger zu ernten. Der Farbstoffgehalt ist auch nicht so hoch.
Wurzeln und Farbbad recyceln
Um satte, rote Farben mit Krapp zu färben, muss man zunächst ein ziemlich konzentriertes Farbbad ansetzen. Damit kann man hinterher auch noch etliche Nachzüge färben, um hellere, weichere Farben zu erhalten.


Die Wurzeln sind auch sehr ergiebig, es lohnt sich eigentlich immer, sie noch für ein zweites Farbbad einzuweichen, ganz besonders, wenn man die Wurzeln nicht fein gemahlen hat, sondern nur zerkleinert.
Wenn das gerade nicht passt, trockne ich die Wurzeln auch gerne nochmal. Man kann sie zum Beispiel noch für Bundle Dye verwenden – oder bestimmte Indigoküpen damit ansetzen!

Lackpigmente aus Krapp
Alternativ kannst du ein Krapp-Farbbad, in dem noch Farbe steckt, auch gut ‚verlacken‘. Dabei entsteht aus den löslichen Farbstoffen ein Lackpigment. Das kann dann wie jedes andere Pigment verwendet werden – und ist, anders als ein Farbbad – sehr gut lagerfähig und kann viel später erst benutzt werden. Vielleicht ist dir die Bezeichnung ‚Krapplack‘ im Künstlerbedarf mal begegnet? Der Name kommt vom Lackpigment, nicht vom Lack aus der Dose.



Farbnotizen zum Krapp
Die Farbnotizen werden ermöglicht durch die Gemeinschaft, die mich bei Patreon unterstützt.
Die Ergebnisse dokumentiere ich in PDF-Dateien im DinA4-Format. Sie eignen sich damit zum Ausdrucken, und können bei Bedarf neben dem Färbetopf bereitgelegt werden.
Behandelt werden da folgende Themen (und ich habe schon wieder noch mehr Ideen für einen Teil 2…)
Auf 29 Seiten mit zahlreichen Fotos die Themen Krapp in der Geschichte | Krapp im Garten | Farbstoffe im Krapp | Ausführliche Vergleichsfärbungen für ergiebiges Rotfärben (Methoden zum Einweichen, Temperatur, pH-Wert…) | Vergleich von Farbtönen nach Wasserquelle | Rezepte für intensives Lila mit Krappwurzel | Farbvarianten auf verschiedenfarbiger Wolle
Außerdem gibt es dazu eine Basis-Anleitung zum Beizen.
Was ich im Rahmen der Farbnotizen diesmal nicht behandele, ist das äußerst aufwändige, traditionelle Türkisch-Rot.





Hier findest du alle Tutorials der Farbnotizen:
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